6 Faktoren für das stressfreie Recording-Setup

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Einleitung

Welche Faktoren sind essenziell in der analogen und digitalen Musikproduktion für das stressfreie Recording-Setup? Egal, ob es sich um das Aufnehmen eines Demos, die nächste Studio-EP oder den finalen Mix-Down handelt. Das gesamte Recording-Setup muss einfach funktionieren, damit Du selbst in deinem kreativen Prozess nicht unterbrochen wirst. Es ist also grundlegend wichtig, sich nicht genervt um Computer- und/oder Software-Probleme kümmern zu müssen. Natürlich solltest du dich auch nicht durch das eigene Equipment sowie die Umgebung negativ beeinflussen zu lassen.

Eines sei aber schon mal vorweggenommen – das perfekte System gibt es leider nicht zu 100%. Es wird immer Probleme geben, im besten Falle nur kleine Probleme. Diese sollten dann aber möglichst nur sehr selten auftreten. Wenn du zusätzlich auf mögliche Lösungsansätze vorbereitet bist, musst du dir um dein Recording-Setup keine Sorgen mehr machen.

Welche Parts gehören zu einem stressfreien Recording-Setup?

  1. Die Umgebung bzw. Örtlichkeiten
  2. Die Schallquelle (Instrument / Stimme / du selbst)
  3. Das Mikrofon bei einer analogen Quelle
  4. Das Outboard-Equipment (wenn nicht im Interface vorhanden) wie Mischpult oder Preamp mit Eq, Compressor, Effekten und alles, was an Kabeln dazu gehört
  5. Digitale Ebene – das Interface / die Software / der Computer
  6. Die Abhörmöglichkeiten, wie Boxen oder Kopfhörer

Wenn du diese 6 Faktoren “beherrschen” kannst und sicherstellst, dass in diesen Punkt wenig Platz für Fehler vorhanden ist, dann hast du ein hervorragendes Recording-Setup für deine Musikproduktion.

1. Die Umgebung

Was ist unter einer Umgebung für eine gute Musikproduktion zu verstehen?

  • Frei von äußerlichen Störgeräuschen, ggf. durch Straßenlärm, Nachbarn oder eben Mitbewohnern/Familienmitgliedern. Mit einer eigenen Band probte ich in einem Bandraum, der jedes Mal vibrierte, wenn die Band von nebenan zur selben Zeit vor Ort war. Die spielten Hardcore-Metal mit tiefem Tuning, satten Bässen und die Double-BassDrum war wie ein Gewehrfeuer. Um vernünftig zu Proben oder gar Aufnahmen zu gestalten, war dies daher keine gute Umgebung.
  • Die Akustik innerhalb des Raumes sollte dir ebenfalls zusagen. Für einen Studioraum oder Musikzimmer sollten Flatterechos und jegliches Schnarren unterbunden werden. Lieber etwas zu trockener Raumklang als zu viel Hall, den du später nach der Aufnahme nicht mehr kontrollieren kannst. Oft sind es auch die tieferen Bass-Frequenzen, die du nur schwer ohne massiven Aufwand in den Griff bekommst.
  • Und du solltest selbst für eine störfreie Umgebung sorgen, indem du dein Mail-Programm außer Acht lässt, keine WhatsApp beantwortest und vielleicht sogar dein Handy auf Flugzeug-Modus stellst, um dich vollkommen auf die Musik einzulassen.

2. Die Schallquelle

Sei es dein Instrument oder deine Stimme: Nur wenn diese funktionstüchtig sind, kannst du vernünftig üben, kreativ sein und deine Performance stressfrei aufnehmen.

Für die Instrumentalisten

  • Eine regelmäßige Instrumentenpflege erhält das Instrument nicht nur länger, sondern lässt sich auch länger ohne Probleme bespielen
  • Man baut auch eine andere Beziehung zu dem Instrument auf, wenn man es pfleglich und mit Sorgfalt behandelt
  • Ein möglicher Wiederverkaufswert ist für ein gepflegtes Instrument immer höher, egal von welcher Qualität es ist
  • Frische Gitarrensaiten oder neue Felle für das Schlagzeug aufziehen…am besten am Tag vor der Aufnahme.

 

Für die Sänger/innen

  • Trainiere deine Stimme konstant regelmäßig. Lieber kürzer, dafür täglich oder alle zwei Tage
  • Schone deine Stimme vor längeren Proben oder Aufnahmen bereits am Abend davor
  • Wärme deine Stimme gründliche mit Übungen auf, bevor du richtig loslegst
  • Stimmbändern kannst du nicht neu kaufen, hier solltest du besonderen Wert drauflegen, diese nicht “kaputt zu singen”

3. Das Mikrofon

Die Wahl des richtigen Mikrofons für die jeweilige Schallquelle ist entscheidender als die Qualität. Auch wenn ich selbst im Besitz von einem Mikrofon im dreistelligen Preisbereich bin (und ich es auf keinen Fall mehr missen möchte), stimme ich der Meinung uneingeschränkt zu, dass man mit preisgünstigen und bewährten Mikrofonen hervorragende und professionelle Ergebnisse erzielen kann.

Bei einem Gesangsmikrofon ist es wichtig, dass es die Stimme des Sängers/der Sängerin unterstützt. Das ist der Grund, warum Studios mehrere unterschiedliche Vocals-Mikrofone parat haben, um das passende Mikrofon für die jeweilige Aufnahmesituation auszuwählen. Und es muss nicht immer das Highend-Mikrofon ausgewählt werden.

4. Outboard-Equipment

Preamps sollen in erster Linie das Signal verstärken, möglichst ohne Störsignale und weit entfernt vom Grundrauschen. Wenn sie dann noch eine gewollte “Färbung” für das Aufnahmesignal beisteuern, ist das toll, aber schon eine spezifische Eigenschaft. Ob der Preamp diese Färbung beisteuert oder nicht, ist nicht entscheidend für eine stressfreie Aufnahme.

Und dasselbe lässt sich an dieser Stelle für sämtliches Outboard-Equipment wie Kompressoren und Equalizer festhalten. Diese müssen funktionstüchtig sein und ordentlich für deren Einsatz bedient bzw. eingestellt werden. Der Preisbereich spielt also hier auch erstmal keine große Rolle.

5. Digitale Ebene

Das Interface soll das Signal möglichst naturgetreu vom analogen ins digitale umwandeln und dabei keine Aussetzer oder Fehler während der Aufnahme in der Wandlung produzieren. Das Zusammenspiel von Interface, Software (DAW) und dem Computer ist hier auschlaggebend. Und hier gibt es oft die größten Probleme, da sehr viele Faktoren sich gegenseitig beeinflussen, dem der User oftmals hilflos ausgeliefert ist. Ein stabiles digitales System – ein Musikcomputer, der möglichst nur für die Musik vorhanden und dementsprechend ausgestattet sowie konfiguriert ist – ist quasi Gold wert. Und hat man dieses “goldenen System” einmal erreicht, sollte man sich die Zeile “Never change a running system” (Ändere niemals ein funktionierendes System) ab und zu vor Augen halten.

Der Umgang mit der Software muss dir zusagen und deinen Ansprüchen für deine Musikproduktion gerecht werden. Es ist also egal, wer der Hersteller ist, ob dieser Industriestandard ist/war oder ob gefühlt alle anderen in deiner Umgebung eine andere DAW (Digital Audio Workstation) bevorzugen.

Macht die Software Probleme, die du selbst nicht beheben kannst, suche dir eine neue DAW. Gefällt dir das Layout oder der Umgang nicht, gewöhne dich daran oder suche dir eine neue DAW. Lass deine kreative Ader sich nicht durch Software beeinflussen!

6. Die Abhörsituation

Wie willst du deine Aufnahme beurteilen, wenn du keine vernünftige Abhörmöglichkeit schaffen kannst. In diesen Bereich fallen die Abhörboxen, also die Monitore, wenn du diese denn nutzen möchtest oder auch auf Grund der eigenen (häuslichen) Umgebung überhaupt nutzen kannst. Hier spielt auch dein Raum eine wichtige Rolle, aber auch die korrekte Aufstellung der Boxen, ausgerichtet auf die eigene Abhörposition und natürlich nach den Angaben der Hersteller.

Nutzt du zusätzlich oder ausschließlich Kopfhörer, dann sollten diese auch bestimmten Kriterien entsprechen:

  • Optimaler Sitz auf dem Kopf und an den Ohren, auch für ein längeres Tragen ausgelegt
  • Für die Aufnahme eher geschlossene Kopfhörer, damit das Signal aus den Kopfhörern nicht in das Aufnahmemikrofon übertragen wird. Wenn man auf der Gesangsspur leise im Hintergrund den “click-track” hört, ist dies oft ein Zeichen für die falsche Kopfhörerwahl.
  • Für das Abhören sitzen halboffene bzw. Offene Kopfhörer bessere geeignet, da sie einen nicht komplett abschirmen und gerade der Bass-Bereiche so besser beurteilt werden kann.

Wenn du diese sechs Faktoren beherrschen kannst und mögliche Problemquellen im Vorfeld unterbindest, hast du einen riesigen Schritt in Richtung einer “stressfreien Aufnahmesituation” gemacht.

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